OM7: Was ist deine Gründungsidee?
Sol: Muda ist eine Mid-Luxury-Modemarke, die zeitlose, langlebige Kleidung schafft, indem sie upcycelte Vintage-Stücke mit neu gefertigten Designs kombiniert. Jedes Teil ist ein einzigartiges Statement. Im Gegensatz zu den schnelllebigen Trends der Fast Fashion bietet Muda zugänglichen, nachhaltigen Luxus – fair bepreiste, sorgfältig gefertigte Kleidungsstücke, die dazu gemacht sind, geschätzt und immer wieder getragen zu werden. Unsere Kollektionen heben sich in einem übersättigten Markt durch Individualität, erzählerische Tiefe und ein starkes Engagement für Abfallvermeidung ab – und feiern zugleich die Freude an Selbstausdruck durch Mode.
OM7: Erzähle uns deine Gründungsgeschichte. Wie kam es dazu, dass du deine Geschäftsidee entwickelt hast?
Sol: Meine Liebe zur Mode begleitet mich, solange ich denken kann – ich habe Kleider, Tops und Röcke aus Müllsäcken gemacht. Meine Welt drehte sich schon immer um Mode: zeichnen, nähen, stylen. Da war immer dieses Feuer in mir. Doch hinter diesem Feuer stand auch eine treibende Kraft, eine Inspiration – meine Großmutter Herminia.
Sie entwarf ihre eigene Kleidung, upcycelte alte Stücke und bewahrte jedes kunstvoll gearbeitete Teil für mich auf.
Als Teenager, mit geschiedenen Eltern, die sich keine schönen Kleider leisten konnten, wurde meine Großmutter zu meiner modischen Rettung. Sie verfolgte jede Fashion Week im Fernsehen, rief mich an, um mir von den neuesten Trends zu erzählen, und lud mich ein, aus ihrem Kleiderschrank auszuwählen – Stücke, die die Lücken in meinem eigenen füllten. Gemeinsam haben wir sie upgecycelt, auf mich angepasst oder ihnen einfach einen neuen Twist gegeben.
Heute möchte ich dieses Gefühl weitergeben – die Magie, ein Kleidungsstück aus dem Kleiderschrank der Großmutter zu ziehen, das zu einem lebenslangen Lieblingsstück wird. Ein Teil, das man schätzt, voller Erinnerungen – und das man irgendwann an jemanden weitergeben möchte, den man liebt.
OM7: Welche Herausforderungen hast du während des Gründungsprozesses erlebt? Wie bist du damit umgegangen?
Sol: Ich habe so viele Herausforderungen gemeistert – das ist bereits mein dritter Versuch, dieses Projekt umzusetzen. Die größte Herausforderung ist derzeit, die richtige Fabrik für mein Produkt zu finden und mich durch die deutsche Bürokratie zu navigieren.
OM7: Welche Aspekte deiner persönlichen oder beruflichen Erfahrung fließen in deine Unternehmensgeschichte ein?
Sol: Ich habe zehn Jahre Berufserfahrung in der Unternehmenswelt, über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg – einschließlich Strategie und Mode. Diese Erfahrung hat mir das Selbstvertrauen gegeben, dieses Projekt zu starten und die bevorstehenden Herausforderungen anzupacken.
OM7: Was ist dein Ziel/Wunsch für dich und dein Unternehmen im kommenden Jahr?
Sol: Mein Wunsch für dieses Jahr ist es, eine solide Grundlage für die Marke zu schaffen und einen Soft Launch zur Weihnachtseinkaufssaison durchzuführen.
OM7: Wie hilft dir die KREATIV Garage und das OM7 bei der Umsetzung deines Business?
Sol: Die KREATIV Garage hat mir Struktur, Ressourcen und spezialisierte Kurse zu unternehmerischen Themen geboten – aber vor allem hat sie mir eine Community gegeben, die dieselben Herausforderungen erlebt wie ich und stets bereit ist, zu unterstützen.
OM7: Was bedeutet für dich die Teilnahme bei der KREATIV Garage?
Sol: Ich bin unglaublich dankbar, gemeinsam mit Unternehmer:innen zu arbeiten, die ich bewundere und respektiere und die so offen für Zusammenarbeit sind. Ebenso danke ich unseren Programmorganisatorinnen, die immer für uns da sind. Unternehmertum kann ein sehr einsamer Weg sein, aber die KREATIV Garage gibt mir das Gefühl, dass eine große Gruppe von Menschen hinter mir steht.