Spiele mit Seele – Chris’ unabhängiger Weg zu strategischem Gamedesign und Community-getragener Entwicklung

Interview mit Chris Ehmann

Chris ist Game Designer aus Leidenschaft. Nach 15 Jahren in der Branche will er endlich die Spiele machen, die er selbst am meisten liebt: strategisch, erzählerisch stark und mit echter Seele. Sein Motto: Spiele, die fesseln, fordern und von Anfang an mit der Community entstehen. Mit seinem Unternehmen sprengt er die „goldenen Ketten“ der Festanstellung, um kreative Freiheit zu leben und ein Studio aufzubauen, das für Qualität, Herzblut und respektvollen Umgang mit Spielenden steht.

 

OM7: Was ist deine Gründungsidee?

Chris: Der Kern meiner Gründungsidee ist es, meine 15-jährige Erfahrung zu nutzen, um narrative Roguelike-Deckbuilder zu entwickeln. Dabei lege ich den Fokus auf innovative, fantastische Settings und eine tiefe, untrennbare Verbindung von Spielmechanik und Narration. Es geht darum, taktische Spielsysteme zu schaffen, die nicht nur den Kopf fordern, sondern durch die Geschichte auch das Herz berühren.

 

OM7: Erzähle uns deine Gründungsgeschichte. Wie kam es dazu, dass du deine Geschäftsidee entwickelt hast?

Chris: Nach über 15 Jahren in der Gamesbranche, in denen ich in verschiedenen agilen Teams an vielen unterschiedlichen Projekten mitgewirkt habe, kam bei mir der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung und tieferer Sinnhaftigkeit auf. Eine bewusste Auszeit, in der ich viel Zeit mit meiner Familie, insbesondere meiner damals einjährigen Tochter, verbrachte, gab mir den Raum für intensive Selbstreflexion.
In dieser Phase wurde mir klar, dass meine wahre Leidenschaft darin liegt, die Art von hochwertigen Spielen zu entwickeln, die ich selbst liebe: Spiele mit strategischer Tiefe, fesselnden Geschichten und einem respektvollen Umgang mit den Spielern. Ich hatte schon lange Ideen für solche Projekte im Kopf, konnte sie aber aufgrund zeitlicher oder vertraglicher Gegebenheiten nie wirklich verfolgen.
Die Erkenntnis, dass ich diese Visionen nur als mein eigener Herr verwirklichen kann, führte schließlich zur Entscheidung, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Es war das Gefühl, die sprichwörtlichen "goldenen Ketten" einer Festanstellung zu sprengen, um mich voll und ganz der Entwicklung von Spielen mit echter "Seele" widmen zu können. Die Geschäftsidee ist also direkt aus diesem tiefen persönlichen Wunsch nach kreativer Freiheit und der Verwirklichung lang gehegter Spielkonzepte entstanden, die nun, nach reiflicher Überlegung und viel positivem Zuspruch aus meinem Netzwerk Gestalt annehmen.

 

OM7: Welche Herausforderungen hast du während des Gründungsprozesses erlebt? Wie bist du damit umgegangen?

Chris: Eine wesentliche Herausforderung im Gründungsprozess ist für mich die Vielzahl neuer Rollen und Verantwortlichkeiten, die ich als Gründer nun gleichzeitig ausfülle. In meiner bisherigen Laufbahn konnte ich mich oft stark auf die Produktentwicklung und das Game Design konzentrieren. Jetzt trage ich viele verschiedene Hüte: Mal bin ich der Game Designer, der an Konzepten feilt, dann der Projektmanager, der Pläne schmiedet, oft die 'Bürokraft', die sich um administrative Aufgaben kümmert, und zunehmend auch der 'Vertriebler', der seine Vision nach außen tragen muss.
Mein Umgang damit ist ein aktiver Lern- und Anpassungsprozess. Ich eigne mir neues Wissen an, beispielsweise durch die Teilnahme an Programmen wie der Kreativ Garage am OM7, und strukturiere meine Zeit sehr bewusst, um all diesen unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Es erfordert viel Disziplin und die Bereitschaft, sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten.
Obwohl dieser Wechsel von einer spezialisierten Rolle zu einer generalistischen Führungsaufgabe fordernd ist, sehe ich darin auch eine große Chance. Es erweitert meinen Horizont ungemein und gibt mir ein viel tieferes Verständnis für alle Aspekte, die notwendig sind, um ein Spielestudio erfolgreich aufzubauen und Spiele zu entwickeln, die Spieler begeistern.

 

OM7: Welche Aspekte deiner persönlichen oder beruflichen Erfahrung fließen in deine Unternehmensgeschichte ein?

Chris: 1. Meine über ein Dutzendjährige Erfahrung als Game Designer: Ich habe in dieser Zeit in vielen verschiedenen, meist kleinen und agilen Teams an einer breiten Palette von Projekten gearbeitet. Diese Erfahrung hat mir ein tiefes Verständnis für Spielmechaniken, Designprozesse und die Dynamik der Spieleentwicklung vermittelt. Ich weiß, was es braucht, um Ideen von der Konzeption bis zur Umsetzung zu bringen und wie wichtig ein gut funktionierendes, motiviertes Team für den Erfolg ist.
2. Der Wunsch nach kreativer Freiheit und authentischem Ausdruck: Wie bereits erwähnt, war ein Hauptantrieb für die Gründung der Wunsch, die Art von hochwertigen Spielen mit 'Seele' zu entwickeln, die ich schon immer machen wollte, das heißt, Spiele, bei denen Story und Mechanik eine tiefgreifende Verbindung eingehen und die den Spieler respektieren. Diese Leidenschaft ist das Herzstück meines Unternehmens.
3. Die Erkenntnisse aus meiner persönlichen 'Recalibration': Die bewusste Auszeit und die intensive Selbstreflexion, auch geprägt durch meine Rolle als Familienvater, haben meine Prioritäten geschärft. Es geht mir nicht mehr nur darum, irgendwelche Spiele zu machen, sondern Spiele, die einen Wert schaffen, die unterhalten und vielleicht sogar zum Nachdenken anregen, und das in einem Umfeld, das Kreativität und Wohlbefinden fördert.
4. Meine Affinität zur unternehmerischen Seite: Ich habe schon immer ein starkes Interesse an den geschäftlichen Aspekten der Spieleentwicklung gehabt. Die Herausforderung, jetzt nicht nur als Designer, sondern auch als Gründer strategisch zu denken, ein Geschäftsmodell zu entwickeln und ein Studio aufzubauen, reizt mich ungemein und fließt direkt in die Planung und Ausrichtung meines Unternehmens ein.
5. Die Wertschätzung für Community und Zusammenarbeit: Meine positiven Erfahrungen mit Community-Einbindung in früheren Projekten und mein Glaube an die Stärke von Netzwerken und gegenseitiger Unterstützung (wie ich sie z.B. in der Kreativ Garage erfahre) sind fest in der DNA im Unternehmen verankert. Spieleentwicklung ist für mich auch ein kollaborativer Prozess, idealerweise auch mit der zukünftigen Spieler-Community.

 

OM7: Was ist dein Ziel/Wunsch für dich und dein Unternehmen im kommenden Jahr?

Chris: Mein Hauptziel im kommenden Jahr ist es, einen überzeugenden Prototypen für unser erstes hochwertiges Spiel zu erstellen. Damit möchte ich dann erstes, wertvolles Feedback aus meinem Netzwerk sowie von Freunden und Familie sammeln, um das Konzept weiter zu schärfen.
Parallel dazu ist es mein großer Wunsch und ein klares Ziel, mit ein bisschen Glück und der Hilfe durch passende Fördergelder oder erste Investoren die Grundlage für ein funktionierendes Spielestudio mit festen Mitarbeitern zu legen. Ich möchte mein Unternehmen als Marke etablieren und mein professionelles Netzwerk in der Indie Szene aktiv ausbauen und pflegen.
Für mich persönlich bedeutet das, als Unternehmer weiter zu wachsen, meine Kenntnisse in allen notwendigen Bereichen zu vertiefen und die Weichen für ein kreativ erfüllendes und nachhaltig erfolgreiches Studio zu stellen

 

OM7: Wie hilft dir die KREATIV Garage und das OM7 bei der Umsetzung deines Business?

Chris: Strukturiertes Wissen und Selbstreflexion: Das Programm vermittelt praxisnahes unternehmerisches Know-how. Besonders die Arbeit mit Werkzeugen wie dem Business Model Canvas war für mich ein Augenöffner. Es half mir nicht nur, meine Geschäftsidee systematisch zu durchdenken, sondern kristallisierte meine Kernmotivation glasklar heraus: 'Ich will strategische und narrativ anspruchsvolle Spiele gemeinsam mit der Community machen, die ich selbst auch gerne spiele.' Diese klare Vision ist nun ein fundamentaler Anker für alle weiteren Entscheidungen. Für kommende Themen wie Vertrieb und Marketing erwarte ich hier ebenfalls wichtige Impulse. Mentoring und Expertenfeedback: Der Zugang zu erfahrenen Mentoren und Experten aus verschiedenen Bereichen ist Gold wert. Die Möglichkeit, spezifische Fragen zu stellen, Feedback zu meinen Plänen zu bekommen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren, beschleunigt meinen Lernprozess und hilft, typische Gründerfehler zu vermeiden. Netzwerk und Community: Der Austausch mit den anderen 'Garagis', also den anderen Gründern im Programm, ist unglaublich inspirierend und hilfreich. Man teilt Herausforderungen, feiert kleine Erfolge gemeinsam und profitiert vom gegenseitigen Wissensaustausch. Dieses unterstützende Umfeld und das erweiterte Netzwerk durch OM7 und NIK e.V. sind gerade als Solo-Gründer sehr wichtig. Motivation und Fokus: Das Programm gibt Struktur und hält mich fokussiert auf die wichtigen unternehmerischen Schritte neben der reinen Produktentwicklung. Die regelmäßigen Treffen und der Austausch geben zusätzliche Motivation und das Gefühl, Teil einer dynamischen Gründer Community hier in Nürnberg zu sein.

 

OM7: Was bedeutet für dich die Teilnahme bei der KREATIV Garage?

Chris: 1. Validierung und Bestärkung: Es ist eine wichtige externe Validierung meiner Gründungsidee und meiner Person als Gründer. Die Aufnahme in ein solches Programm, umgeben von anderen ambitionierten Kreativen und unterstützt von Experten, gibt mir zusätzliches Selbstvertrauen und bestärkt mich auf meinem Weg.
2. Beschleunigtes Lernen und Professionalisierung: Obwohl ich viel Erfahrung im Gamedesign habe, ist die Rolle des Unternehmers neu. Die Kreativ Garage ist für mich wie ein Intensivkurs im 'Gründersein'. Ich lerne komprimiert, worauf es ankommt, von Geschäftsmodellen über Finanzplanung bis hin zu Vertrieb und Marketing, und kann mein Studio von Anfang an professioneller aufstellen.
3. Zugang zu einem wertvollen Ökosystem: Es öffnet Türen zu einem Netzwerk von Mentoren, potenziellen Partnern, anderen Gründern und wichtigen Institutionen in Nürnberg und Franken wie Nik Ev und der Wirtschaftsförderung. Dieses Ökosystem ist ein echter Katalysator und gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein.
4. Struktur und externer Anstoß: Als Solo-Gründer kann man sich leicht in der reinen Produktentwicklung verlieren. Das Programm bietet eine wichtige externe Struktur, regelmäßige Impulse und eine 'Accountability', die mir helfen, auch die notwendigen unternehmerischen Aufgaben konsequent anzugehen und voranzutreiben.
5. Inspiration und neue Perspektiven: Der Austausch mit Gründern aus ganz unterschiedlichen kreativen Bereichen ist enorm inspirierend. Man lernt voneinander, sieht andere Lösungsansätze und erweitert ständig den eigenen Horizont über die reine Spielebranche hinaus.

Chris Ehmann

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Dein Weg zu mir:

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